Graubünden-Marathon: «Ich bin am Berg noch stärker» – Interview mit Wyatt

Der Neuseeländer Jonathan Wyatt (34) ist Mass aller Dinge im Berglaufen. Am Graubünden Marathon strebt er den dritten Triumph in Folge an.

Interview von Jörg Greb

Jonathan Wyatt, wir hörten in diesem Frühling weniger als auch schon von Ihnen. Warum?

Jonathan Wyatt: (lacht) Sie sprechen wohl primär mein Abschneiden am Grand Prix Bern (Anm. d. Red.: 6., Vorjahr 2.) an. Da lief ich wirklich nicht gut. Auch für mich war jenes Rennen eine Enttäuschung. Aber ich mache mir darob keine Sorgen. Rennen zuvor waren mir gut geglückt. Ich denke da an den Gamberney-Berglauf in Grabs. Da siegte ich nicht nur, sondern kam auch meinem Streckenrekord von 2004 sehr nahe. Aber der GP-Samstag war einfach nicht mein Tag. Es fehle die Kraft. Aus den Beinen kam zu wenig.


Ist das die einzige Erklärung für eine 1:30-Minuten schlechtere Zeit?

Nicht ganz. Ich habe in diesem Frühjahr die Prioritäten ein wenig verschoben. Will heissen, mehr und härteres Training und weniger Glanzpunkte an Wettkämpfen. Das wirkt sich auf die Frische und die Ergebnisse aus. Mein Saisonhöhepunkt steht erst im September mit der Berglauf-Weltmeisterschaft an.

Welchen Stellenwert schenken Sie nun dem Graubünden Marathon?

Einen hohen. Er ist das einzige lange Rennen bis im Herbst. Ich erhoffe mir dadurch einen besonderen Effekt im Hinblick auf die Ziele über kürzere Distanzen. Bekanntlich handelt es sich beim Graubünden Marathon nicht einfach um 42,2 km. Eine Topografie bekommen wir Läufer da vorgesetzt, die anspruchsvoller nicht sein könnte, die alles abverlangt.

Diese reizt auch?

Ganz klar. Diese vielen Höhenmeter sind eine besondere Herausforderung. Die letzten 9 km sind etwas vom Härtesten, was es gibt. Aber mich stressen sie nicht. Ich kenne die Strecke, ich bin mit den Tücken vertraut. Da musst du relaxt beginnen, darfst du nicht zu schnell losrennen in Chur und auf den ersten Kilometern. Dann verfügst du auch im letzten, sehr harten Teil noch über Energie. Und diese benötigst du da. Kraftreserven müssen da nochmals frei gemacht werden.

Wie beurteilen Sie denn in diesem Frühling Ihre Verfassung am Berg?

Ich lief keinen Städtemarathon, sondern öfter am Berg. Darum bin ich im Steilen auch zu besseren Leistungen fähig als beispielsweise letztes Jahr.

Wir erreichten Sie nicht mehr in Österreich wie im letzten Jahr wohnten, sondern in Italien. Wieso?

Ich zügelte und wohne dieses Jahr in Ziano di Fiemme im Val di Fiemme in den Dolomiten. Ich brauche die Abwechslung, schätze es, Neues zu entdecken. Auch hier hat es viele Hügel, steile Anstiege, viele Wege und eine phantastische Landschaft.

Wie viele Kilometer laufen Sie da pro Woche?

Etwa 150 Kilometer summieren sich. Die Stunden zähle ich nicht zusammen, aber es werden zehn bis zwölf sein.

Was tun Sie daneben?

Mich erholen, ausspannen, essen, Kräfte zurückgewinnen. Zusätzlich designe ich Berglaufschuhe und arbeite für ein Architekturbüro in Neuseeland.

Graubünden Postauto Preis
Aufgrund des 100-jährigen Jubiläums der Schweizerischen Post, sponsert Postauto Graubünden für den 100. Mann Overall und die 10. Frau Overall je einen Palmexpressgutschein für 2 Personen (inkl. Übernachtung und Halbpension).

Alle Sieger wieder dabei!
Die Davoserin und letztjährige Siegerin Jasmin Nunige wird beim Graubünden-Marathon versuchen Ihren Titel zu verteidigen und auch die Siegerin 04, Carolina Reiber wird wieder am Start sein. Ebenso ist Titelverteidiger Jonathan Wyatt wieder mit dabei. Für Spannung ist also gesorgt!

>> Weitere Informationen zum Graubünden Marathon…


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