Rätia Energie schlägt den Gemeinden im unteren Prättigau vor, 2008 Verhandlungen über eine Konzession für eine neue Kraftwerkstufe Küblis- Landquart aufzunehmen. Das Ziel: RE möchte bis 2014 eine neue Anlage bauen, deren Jahresproduktion etwa jener des Kraftwerks Küblis entspricht.

Rätia Energie verfolgt die Strategie, die umweltfreundliche Stromproduktion aus Wasserkraft, insbesondere im Kanton Graubünden, zu erhalten und weiter auszubauen. So wurden 2005/2006 die Prättigauer Kraftwerke mit Investitionen von rund 58 Millionen Franken umfassend erneuert. 2008 beginnen die Bauarbeiten für das neue Kraftwerk Taschinas (Zentrale in Grüsch). Ein weiteres Projekt verfolgt Rätia Energie auch in Vals (Kraftwerk Tomül). Zudem bemüht sich RE um die Erneuerung der Konzessionen im Puschlav.
Potenzial im Prättigau
Im Prättigau sieht Rätia Energie weiteres Potenzial durch eine Nutzung der Stufe Küblis-Landquart. Sie lädt die betroffenen Gemeinden deshalb 2008 zu Verhandlungen über eine entsprechende Konzessionserteilung ein. Die Projektidee hat Rätia Energie heute zusammen mit einer umfassenden Übersicht über den Stand der Wasserkraftnutzung im Prättigau an der Gemeindepräsidenten-Konferenz Prättigau vorgestellt. Vorgesehen ist der Bau eines Druckstollens zwischen Küblis und der Chlus sowie einer Kraftwerkszentrale im Bereich Chlus (bei Landquart). Nebst der Fassung des bereits im Kraftwerk Küblis turbinierten Wassers wird die Rätia Energie MM 14/07 2 Fassung von Wasser der Landquart in Küblis, des Arieschbachs, des Furnerbachs sowie des Schranggenbachs vorgesehen. Zudem wären ein gedeckter Ausgleichsschacht von ca. 10’000 Kubikmeter Inhalt auf dem firmeneigenen Gelände in Küblis, ein Wasserschloss im Felsmassiv bei der Chlus oder in der Helwand sowie ein Unterwasserkanal in Landquart vorgesehen. Die installierte Leistung läge bei rund 40 MW, die jährliche Stromproduktion bei 130 bis 160 GWh: Das entspricht etwa dem jährlichen Strombedarf von 30’000 Haushaltungen. Rätia Energie rechnet mit Investitionen von rund 165 bis 210 Millionen Franken.
Zentrale unterirdisch
Die Details des Projekts werden in den kommenden Monaten weiter entwickelt. 2008/09 wird ein Konzessionsprojekt samt Umweltverträglichkeitsprüfung ausgearbeitet werden. Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsabklärungen sollen in das Konzessionsprojekt einfliessen und eine möglichst umweltgerechte Nutzung ermöglichen. Was die Kraftwerkszentrale betrifft, so favorisiert Rätia Energie Lösungen mit einer Kavernenzentrale bei der Chlus. Allenfalls käme auch eine Anlage im Freien unterhalb der Helwand in der Ganda in Frage.
Rücksicht auf Umwelt
Das Kraftwerk Chlus unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von einem früheren Projekt, welches 1991 von einem Teil der Prättigauer Gemeinden abgelehnt wurde. So konnten insbesondere die ökologischen Aspekte markant verbessert werden. Die Dotierwassermengen fallen grosszügig aus, an allen Fassungen werden Restwassermengen abgegeben. Wasserzuflüsse, bei welchen deutlicher Geschiebebetrieb einsetzt, werden beim Ariesch- und Furnerbach nicht gefasst, was entscheidend zur Abflussdynamik beiträgt und die an diesen Bächen betriebenen Kieswerke nicht beeinträchtigt. Die Zentrale wird voraussichtlich unterirdisch in einer Kaverne erstellt. Auch das seinerzeit umstrittene Ausgleichsbecken Valzeina entfällt. Rätia Energie MM 14/07 3 Insgesamt kommt das Projekt mit nur drei grösseren Baustellen (Küblis, Furnerbachtobel, Chlus) aus.
Das weitere Vorgehen
Rätia Energie beabsichtigt, im 1. Quartal 2008 mit den Gemeinden und weiteren Interessierten Gespräche aufzunehmen. 2008/2009 werden die Arbeiten an der UVP und am Konzessionsprojekt vorangetrieben, anschliessend wird um die Konzessionen nachgesucht. Damit könnten die Gemeinden bereits 2009 entscheiden. Bei positivem Ausgang und anschliessender Konzessionsgenehmigung durch die Bündner Regierung könnte 2011 mit dem Bau begonnen werden. Kann dieser grobe Zeitplan eingehalten werden, wäre bereits 2014 eine Inbetriebnahme des Kraftwerks möglich.
