(Spitzen-)Sport und Gesellschaft: Unter diesem Schwerpunktthema steht die siebte Austragung des transviamala run & walking (Thusis–Donat) vom Sonntag. Rolf Cantieni, Präsident der veranstaltenden US Tumpriv, und „Transviamala“-OK-Präsident Steafan Michael erläutern Sinn und Zweck der Aktion.
Von Anita Fuchs
Ist die sportliche Herausforderung beim „Transviamala“ zu gering, dass Sie sich für die kommende Austragung hin dem Thema Sport verschrieben haben?
Steafan Michael: Ausnahmslos alle Teilnehmenden am „Transviamala“ erbringen eine herausragende sportliche Leistung. Gerade deshalb haben sie eine intensive Beziehung zum Sport. Mit den verschiedenen Projekten wollen wir ihnen, aber auch sämtlichen anderen Interessierten zeigen, wie wichtig der Sport für die gesellschaftliche Entwicklung ist.
Wie hoch stufen Sie denn dessen Stellenwert ein?
Steafan Michael: Sport weckt Emotionen, Sport ist Lebensschule, Sport wirkt verbindend, Sport ist gesund, Sport hat einen sozialen Nutzen. Es gibt keinen Lebensbereich, in welchem der Sport nicht bereichernd wirkt. Aus diesem Grund sehen wir uns verpflichtet, so viel wie möglich zur Förderung des Sportes beizutragen. Der „Transviamala“ bietet uns die Plattform, dies zu tun und damit eine breite Öffentlichkeit für diese Belange zu sensibilisieren.
Ein grosses Augenmerk schenken Sie dabei dem Nachwuchs. Die aktuellen Projekte stehen aber auch in Verbindung mit dem Spitzensport. Liegen die beiden Bereiche so nahe beieinander?
Rolf Cantieni: Alles, was mit dem „Transviamala“ im Zusammenhang steht, ist darauf ausgerichtet, die Bewegung zu fördern und dem Sportnachwuchs in unserem Verein und in der Region ein konkretes sportliches Ziel zu geben. Einerseits ermöglichen wir mit dem „Transviamala“ eine sportliche Betätigung, anderseits ist es gerade der Spitzensport, welcher mit seinen Emotionen und den herausragenden körperlichen Leistungen für die Jugendlichen Vorbildcharakter hat. Nachwuchsförderung und Spitzensport sind also untrennbar miteinander verbunden.
Sie haben vorhin die Bewegung angetönt. Diesem Aspekt werden Sie mit einem Wettbewerb für Schulklassen gerecht, den sie zusammen mit der regioViamala lancierten. Wie fiel die Resonanz aus?
Rolf Cantieni: Bedauerlicherweise ist es uns nicht gelungen, die Schulen zu einem Mitmachen am Wettbewerb zu motivieren. Allerdings ist zu sagen, dass das Projekt fortlaufend ist; Interessierte haben immer noch die Möglichkeit, 20 Minuten Bewegung spielerisch in den Schullalltag einzubauen. Dass bereits Kinder sich mit Bewegung auch geistig fit halten, ist uns ein Anliegen und hängt nicht direkt mit dem Wettbewerb zusammen.
Ihr Engagement beruht aber nicht nur auf ideeller, sondern auch auf finanzieller Ebene. Für welche Art von zweckgebundenen Vorhaben soll denn ein Teil des Ertrages aus dem „Transviamala“ eingesetzt werden?
Rolf Cantieni: Das Schulprojekt ist eines der Vorhaben, in welches wir investierten. Daneben sind interessante Ideen, welche der sportlichen Betätigung und der sportlichen Entwicklung der Region dienen, förderungswürdig. Wir haben dazu einen Fonds eingerichtet, der Unterstützungsgesuche behandelt. Ich denke zum Beispiel an die Anschaffung von Material und an die vereinsübergreifende Zusammenarbeit.
Nachwuchs- und Spitzensport vereinen sich auch am „Transviamala“ selber. Hinzu kommen das landschaftliche und gesellschaftliche Erlebnis. Weshalb schenken Sie diesen Bereichen ein grosses Augenmerk?
Steafan Michael: Wir hatten von Anfang an die Vision, Veranstalter eines einzigartigen Laufsportanlasses zu sein. Dies ist auch der Grund, weshalb wir den „Transviamala“ jedes Jahr unter ein anderes Schwerpunktthema setzen. Er soll nicht nur ein Sportevent sein, sondern gleichzeitig die landschaftlichen, sprachlichen, kulturellen und kulinarischen Werte unserer Region aufzeigen. Dieser Aspekt ist immer mit der Hoffnung verbunden, nachhaltig zu wirken.
Nachmeldungen möglich, Podiumsdiskussion mit Spitzensportlern
Egal ob jung oder alt, gross oder klein: Mit seinem umfassenden Angebot ermöglicht der transviamala run & walking vom Sonntag allen Bewegungsfreudigen eine Teilnahme. Während der eigentliche „Transviamala“ (19 Kilometer für Läufer/15,8 Kilometer für Walker) ausgebucht ist, können für die cursa da schons (12/8,8), die cursa da juniors (Jahrgänge 1992 bis 1997) und die cursa da lumpazis (1998 bis 2002) am Veranstaltungstag in Donat noch Nachmeldungen vorgenommen werden.
In den Genuss einer Besonderheit kommen in diesem Jahr die Schnellsten des Hauptlaufes. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist für einen neuen Streckenrekord – momentan liegen die Bestmarken bei 1:17:19 (Gion-Andrea Bundi/2003) beziehungsweise 1:33:35 (Ruth Gavin-Schneider/2007) – ein Marancign im Wert von je 800 Franken ausgesetzt. „Unsere Idee besteht darin, eine herausragende Leistung mit etwas Herausragendem zu honorieren“, erklärt OK-Präsident Steafan Michael. Der „Transviamala“-Marancign ist ein aus Silber und Palladium handgeschmiedetes Plättchen mit der Viamala-Schlucht als Abbild. Umrahmt wird er – symbolisch für die 589 Steinstufen, die es auf den 19 Kilometern von Thusis nach Donat zu meistern gilt – von einem Stein.
Um Spitzensport geht es bereits am Samstag (17 Uhr) an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Fokus Spitzensport – ein lohnendes Ziel?“ in der Bündner Arena in Cazis. Neben den Gesprächsteilnehmern Nino Schurter (Mountainbike), Dominique Gisin (Ski alpin), Norbert Joos (Alpinismus) und Sandra Gasser (Ex-Spitzenläuferin) sind mittels Filmporträts auch Nachwuchshoffnungen aus verschiedenen Sportarten involviert. (af)
Weitere Informationen unter www.transviamala.ch
