PT – Das Komitee für Stimmrechtsalter 16 in Graubünden hat sich mit grossem Bedauern entschlossen, die laufende Unterschriftensammlung für Stimmrechtsalter 16 in Graubünden einzustellen und die lancierte Initiative zurückzuziehen. Die im April 2008 nach dem äusserst knapp negativen Entscheid des Grossen Rates gegen das Stimmrechtsalter 16 lancierte Initiative verlangte in der Kantonsverfassung die Änderung des aktiven Stimmrechtsalter von heute 18 Jahren auf neu 16 Jahre. Ziel war neben dem verbesserten Mitspracherecht auch das Fördern des politischen Interesses und der Verantwortungsübernahme von Jugendlichen. Für das Zustandekommen der Initiative wären 4000 gültige Unterschriften notwendig gewesen.
Leider hat es das Initiativkomitee verpasst, genügend Aufmerksamkeit auf die Initiative zu lenken und die Kräfte der Unterstützer von Stimmrechtsalter 16 ausreichend zu bündeln. So musste das Komitee Anfang dieses Jahres einsehen, dass die benötigten 4000 gültigen Unterschriften bis zum Ablauf der Sammelfrist Anfangs April dieses Jahres nicht zusammenzukriegen sind. Während die JUSO ihren Anteil der Unterschriften erreicht hätte, gelang dies der Jungen CVP nicht. Die JUSOS erlebten einen Sammelerfolg und zeigten im Allgemeinen viel Einsatz, während der Erfolg der Jungen CVP in der bürgerlichen Mitte relativ bescheiden ausfiel. Die Junge CVP war zudem nicht bereit, der Initiative eine ganze Reihe von weiteren Engagements, wie zum Beispiel die kürzliche Initiierung des JA Komitees “dabei-bleiben.ch Graubünden” mit einem Grossevent in Laax und zahlreichen Standaktionen in Chur, unterzuordnen und sich ausschliesslich auf ein politisches Thema zu fokussieren. Sowohl die JUSO mit ihrer Ethikinitiative als auch die Junge CVP mit der Initiative für einen Innovationsfonds Graubünden hatten in der Vergangenheit bereits eigenständig erfolgreich Volksinitiativen zu Stande gebracht.
Trotz des Rückzuges der Initiative werden sich die Jungparteien auch zukünftig für ein aktives Engagement der Jugendlichen in der Politik einsetzen und die Jungen zur Mitbestimmung über ihre eigene Zukunft motivieren. “Das Thema Stimmrechtsalter 16 ist für die JUSO nicht vergessen, sondern lediglich verschoben”, zeigt sich Komitee Co Präsidentin und JUSO Mitglied Lucrezia Bernetta kämpferisch. “Wir werden das Anliegen der Jugendsession GR 07 sicher weiterverfolgen”, so Bernetta weiter.
Auch Maurus Berni, Präsident der Jungen CVP Graubünden und Komitee Co Präsident bedauert den Rückzug der Initiative sehr. Für die Junge CVP gebe es aber viele weitere Themen hoher Priorität. “Die Politik versucht in verschiedensten Bereichen Lösungen aktueller Probleme auf Kosten der nächsten Generationen durchzusetzen, weshalb wir uns weiterhin mit grossem Engagement für die Interessen der Jugendlichen einsetzen werden”, so Berni.
