pt – Die SP Graubünden hat sich intensiv mit der vorgeschlagenen Totalrevision des Bündner Volksschulgesetzes befasst und kürzlich ihre Stellungnahme eingereicht. Für die SP ist von zentraler Bedeutung, dass das neue Schulgesetz von den Lehrpersonen getragen wird. Die SP Graubünden ist überzeugt, dass Bildungsre- formen nur mit zufriedenen Lehrpersonen gelingen.
Die Vernehmlassung der SP Graubünden ist umfassend. Die bedeutenden inhaltlichen Anliegen können in drei Schwerpunkte unterteilt werden:
Schwerpunkt Rahmenbedingungen für Lehrpersonen Auf der einen Seite stehen die zunehmenden Belastungen und Pflichten der Lehrpersonen, auf der anderen Seite muss ein Ausgleich geschaffen werden. Die SP Graubünden schlägt vor, diesen mit einer Reduktion des Pflichtpensums auf 28 Lektionen und der Reduktion der Klassengrösse auf maximal 20 Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Zusätzlich schlägt sie eine Entlastung für Klassenlehrpersonen vor. Gleichzeitig geht es auch darum, ein Gesetz zu verabschieden, welches etwas zur Erhöhung der Berufsattraktivität beiträgt. Dazu zählen einheitliche Anstellungsbedingungen im ganzen Kanton, für welche sich die SP Graubünden seit Jahren einsetzt. Sie beantragt daher eine einheitliche Besoldung, welche sich am Ostschweizer Mittel orientiert.
2. Schwerpunkt strukturelle Rahmenbedingungen Kindergarten und Volksschule bilden in der Praxis längst eine Einheit. Deshalb beantragt die SP Graubünden, dass das Kindergartengesetz ins Volksschulgesetz integriert wird. Die SP Graubünden begrüsst grundsätzlich die Aufnahme der Sonderpädagogik im Schulgesetz, vermisst jedoch konkrete Massnahmen, damit diese erfolgreich umgesetzt werden kann. Durch die Einführung von Blockzeiten und Tagesstrukturen wird das Gesetz den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht. Es sollte jedoch ein Blockzeitenrecht und keine Blockzeitenpflicht geschaffen werden. Weiter setzt sich die SP Graubünden ein für ein Obligatorium von Schulleitungen und die flächendeckende Einführung von Schulsozialarbeit. Bezüglich Schulwochen orientiert sie sich an der nationalen Situation und beantragt 39 Schulwochen.
3. Schwerpunkt Schülerinnen und Schüler Grundsätzlich soll sich das Schulgesetz an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientieren und als gute Grundlage für eine ganzheitliche Bildung dienen. Alle oben genannten Schwerpunkte sind für die Schülerschaft wichtig. Zusätzlich setzt sich die SP Graubünden für eine Reduktion der Lektionenzahl der Schülerinnen und Schüler ein. Der Bildungsbereich ist derzeit „reformgebeutelt“ und ein Ende der Reformen ist nicht absehbar. Für die SP Graubünden ist die anstehende Totalrevision eine Chance, alle Reformen zu bündeln und mit einer guten Gesetzesgrundlage mehr Ruhe ins Schulsystem zu bringen.
