Heute ist Snow Leopard-Tag: Apples neuste Raubkatze verspricht deutliche Performance-Verbesserungen

Sowohl Microsoft als auch Apple kündigten für dieses Jahr eine neue Version ihres Betriebssystems an. Heute folgt der erste Streich von Apple. OS X 10.6. Snow Leopard, der Name des neuen Betriebssystems, wird von Apple als reines Upgrade des bestehenden Betriebssystems Leopard beworben. Der Tenor amerikanischer Medien bildet sich entsprechend einheitlich ab: Neue Features finden sich kaum, dafür ist das System wesentlich schneller und besser als sein Vorgänger OS X Leopard. Das Beste findet sich ebenfalls in jedem Medienartikel: Mit hierzulande CHF 39.– fällt das Betriebssystem-Upgrade mehr als human aus.
Das neue Betriebssystem startet schneller und öffnet Programme schneller. Startet man ein Programm ein zweites Mal, halbiert sich die Zeitspanne. Snow Leopard wurde tiefgehend überarbeitet für mehr Effizienz, Geschwindigkeit und die Unterstützung neuer Chipsätze. Fast alle Systemprogramme sind in 64-Bit-Code geschrieben und erlauben dem Mac so die Adressierung von Unmengen Arbeitsspeicher.
Der Finder, das zentrale Element von OS X (ähnlich Microsoft’s Windows Explorer) wurde von Grund auf neu geschrieben. Dessen Antwortverhalten hat sich deshalb grundlegend verbessert. Neue Leistungsmerkmale wie anpassbare Suchoptionen in Spotlight oder eine verbesserte Symboldarstellung zum Durchblättern mehrseitiger Dokumente zählen zu den sichtbaren Kerninnovationen des Finders.
QuickTime X, die Medienplattform, umfasst ein neues Abspielprogramm und bietet optimierte Unterstützung für moderne Codecs.
Microsofts Exchange Server 2007 wird durch Snow Leopard ebenfalls unterstützt.
Die sogenannte Exposé-Funktion wurde optimiert und neu direkt in das Dock integriert.
Die Dauer der Erstsicherung beim Time Machine Backup verringert sich um bis zu 80%.
Bedienungshilfen wurden bei Snow Leopard verbessert. Sie helfen Menschen mit Beeinträchtigungen, den Mac zu bedienen.
Die innovationsverwöhnten Apple-Jünger indes dürften sich die Augen fragend reiben: Es ist für den IT-Trendsetter wahrlich aussergewöhnlich, dass ein neues Produkt auf den Markt kommt, welches auf den ersten Blick keine wirklichen Mehrwerte in Form neuer sichtbarer Features zeigt. Apple selbst kontert auf diese Feststellung, man habe mit Leopard ein grossartiges, virenfreies, reibungslos funktionierendes Betriebssystem. Daher sei es klar gewesen, anstelle neuer Features, welche nur ihrem Selbstzweck dienen, das Betriebssystem kleiner, schneller und präziser zu machen. Und kleiner ist das System in der Tat geworden: Snow Leopard belegt nicht mal mehr die Hälfte des Speicherplatzes der Vorgängerversion. Nach dem Upgrade werden 7 Gigabyte an Speicherplatz freigegeben, eine wahrlich beeindruckende Leistung.
Pat Müller – patmueller.ch
