Der US-Mediengigant trennt sich von AOL, dem einst erfolgreichsten Internetportal der USA.

Die Trennung der Internetsparte wird am 10. Dezember vollzogen. Ab dann tritt AOL eigenständig an der Börse auf. Vor acht Jahren hatte Time Warner den Goldesel AOL für 147 Milliarden Dollar gekauft. Die damalige Monster-Fusion wurde in den vergangenen Jahren zum Debakel. AOL hatte zuletzt «bloss» noch einen Wert von 3,4 Milliarden Dollar.
Die Integration der beiden Unternehmen gelangt nicht, das Internet-Business von AOL schwächelt seit längerem. Der Abwärtstrend bei AOL zeichnete sich spätestens seit dem Einzug der Breitband-Lösungen ab, machte AOL in seiner Anfangszeit sein grosses Geld nämlich mit Dial-In-Lösungen, also Einwählverbindungen. Zur damaligen Zeit definierte AOL das Internet für Millionen von Menschen. Im Jahr 2002 waren es beispielsweise 26,7 Millionen Kunden, welche über AOL mit dem Internet verbunden waren.
Time Warner’s Börsenkurs litt unter dem Fusions-Desaster schwer. Die 6900 Personen, welche bei AOL arbeiten, müssen mit einem drastischen Personalabbau rechnen. Die Geschichte eines Weltkonzerns vom Aufstieg zum tiefen Fall; wofür andere Firmen Jahrzehnte brauchen, benötigte AOL nur etwa 15 Jahre.
Pat Müller – patmueller.ch
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