Die Toggenburger, eine hohe Ausfallquote und strahlendes Winterwetter prägten die erstmals im Prättigau durchgeführte Hornschlitten Schweizermeisterschaft vom letzten Wochenende.
Text und Foto Marietta Kobald
Bedingt durch eine zu dünne Schneedecke im untersten Drittel mussten die Organisatoren, der Hornschlittenclub Prättigau, die Strecke etwas verschieben. Die bereits im Vorfeld als technisch anspruchsvoll geltende Piste wurde durch die nun aufweisende 180 Grad Kehre noch kniffliger und führte bei den 3er-Schlitten zu einer hohen Ausfallquote wegen Materialschäden, kleineren Verletzungen oder Respekt vor der Strecke. Von angereisten vierzehn Teams wurden schlussendlich nur acht rangiert. In der 3er- Kategorie dominierten die Toggenburger. Schweizermeister wurden die Europameister 2009, das Team Wiesen. Noch am Samstag sah es nicht danach aus. Sie belegten nach dem ersten Wertungslauf nur den sechsten Rang. Am Sonntag rollten sie das Feld von hinten auf. Nach dem zweiten Lauf lagen sie hinter dem Liechtensteiner Team Wirbelwind an zweiter Stelle. Mit einem fehlerlosen dritten Lauf führte Steuermann Wilfried Meier sein Team mit Hanspeter Loser und Roger Meili zum Sieg. „Ein Höllenritt und äusserst anspruchsvoll“, meinten die strahlenden Sieger nach der Rangverkündigung. Die Silbermedaille ging an das Team Toggenburg und Bronze erhielt mit dem Team Fladähüsli ebenfalls ein Toggenburger Team. Im Kampf um die SM nicht mitmischen konnte das Team Wirbelwind aus dem Liechtenstein. Aber in der Wertung für die SHSV-Trophy belegten sie mit nur eineinhalb Sekunden Rückstand auf das Siegerteam Wiesen den hervorragenden zweiten Rang.
Keine Ausfälle zu verzeichnen hatten die acht gestarteten 4er-Teams, dafür zwei Disqualifikationen. Ein Team verlor den Bremser und dem Team alte Eisflitzer wurde eine unter Zeitdruck durchgeführte Reparatur zum Verhängnis – die Kufenneigung entsprach nicht dem Reglement. Sehr zu ihrem Ärger, denn sie hätten sich in den vordersten Rängen klassiert.
Schweizermeister wurde zum vierten Mal das Team Hermes Trismegistos aus Grabs mit Burkhard Grässli, Josef Lenherr, Mario Giovanoli und Walter Rohrer und dem hohen Durchschnittsalter von 50 Jahren. Vollkommen unerwartet, und darum in grossen Jubel ausbrechend traten die zweiten der SM, das gemischte Prättigauer Team Domcas mit Franz Britschgi, Martina Wehrli, Pascal Knittel und Moni Bersorger auf’s Podest. Dritte wurden mit dem V-Team ebenfalls ein Prättigauer Team. Grosses Lob erhielten die Organisatoren von den Kampfrichtern; „ein unter schwierigen äusseren Umständen hervorragend durchgeführter Anlass“.
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