Regionalverband Pro Prättigau setzt auf Kontinuität bei der Regionalentwicklung

Die Aufgaben der regionalen Wirtschaftsförderung sollen im Prättigau weiterhin vom Geschäftsführer des Regionalverbands Pro Prättigau wahrgenommen werden. Diesen Entscheid fällte die Delegiertenversammlung gestern Mittwoch abend in Fanas. Allerdings fiel das Resultat nach einer engagierten Diskussion mit 18 zu 16 Stimmen denkbar knapp aus. Abgelehnt wurde damit das vom Kanton vorgeschlagene Modell eines vollamtlichen Wirtschaftsentwicklers zusammen mit einer anderen Region.

(pp) Seit 2008 gibt es in der regionalen Wirtschaftsförderung neue Spielregeln des Bundes. Die Umsetzung dieser Neuen Regionalpolitik (NRP) an der Basis erweist sich jedoch als schwierig; die Vorgaben stellen hohe Anforderungen an Projekte, wichtigstes Kriterium ist die Schaffung von exportorientierten Arbeitsplätzen. Im Prättigau profitiert zurzeit ein einziges Projekt von Geldern aus dem Topf der NRP, nämlich das touristische Standortentwicklungskonzept Pany-Luzein/St. Antönien.

Der Kanton möchte diese ernüchternde Bilanz deshalb verbessern. Rund fünf über den ganzen Kanton verteilte Regionalentwickler sollen sich ausschliesslich dieser Aufgabe widmen – bezahlt vom Kanton, aber angestellt von den Regionalverbänden, die dafür zusammen arbeiten müssten.

Bewährte Mischung oder notwendige Konzentration?

An der Delegiertenversammlung des Regionalverbands Pro Prättigau wurde dieses neue Modell von Lorenzo Zanetti vom Amt für Wirtschaft und Tourismus vorgestellt. Er erhielt in der Diskussion Unterstützung von verschiedenen Delegierten, die sich von einem verstärkten Einsatz in der Wirtschaftsförderung für das Prättigau einiges versprachen. Auch die mögliche Zusammenarbeit mit Davos wurde als Argument für die neue Lösung ins Feld geführt.

Abgelehnt wurde der neue Vorschlag vom Vorstand des Regionalverbands. Ein Argument gegen die Neuregelung war die heutige Stelle des Geschäftsführers des Regionalverbands Pro Prättigau in Küblis: diese müsste neu ausgerichtet werden, obwohl sich die Aufgabenteilung in den Augen des Vorstands in den letzten Jahren gut bewährt hat. Gerade der Einblick in weitere wichtige Themen wie die Raumplanung könne auch Impulse für eine Entwicklung geben. Zudem seien die Erfolgsaussichten für einen vollamtlichen Wirtschaftsförderer mehr als ungewiss.

Die Delegierten folgten schliesslich mit 18 zu 16 Stimmen dem Vorstand und lehnten das neue Modell ab. Nachdem sich auch andere Bündner Regionen gegen die neue Regelung ausgesprochen haben, muss nun der Kanton über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Rechnungsabschlüsse 2009 des Abfallverbandes, der Musikschule und der Geschäftsstelle wurden von den Delegierten genehmigt. Die Versammlung wurde zudem über den Stand verschiedener regionaler Richtplan-Vorhaben, das neue Interreg-Projekt mit dem Montafon sowie über den Baubeginn für den Radweg Küblis-Fideris am 31. Mai orientiert.

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