Engadin Skimarathon: Das Eis der Seen besteht Qualitätskontrolle

Die Oberengadiner Seen sind bereit für den 46. Engadin Skimarathon 2014. Ein Spezialistenteam von Glaziologen und erfahrenen Loipenpräparateuren hat die Eisflächen auf dem Silser- und Silvaplanersee mittels Georadar und Kernbohrungen untersucht und ist mit der Qualität zufrieden. Im Zentrum der Untersuchungen stand die Loipenqualität für die reibungslose Durchführung des grössten Volkslaufes der Schweiz, zu dem am Sonntag rund 13’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden.

Um festzustellen, ob die Eis- und Schneeschicht auf dem Silser- und dem Silvaplanersee den Anforderungen des Engadin Skimarathon genügt, hat am Wochenende ein Team von Glaziologen der Uni Friburg und der Academia Engiadina zusammen mit erfahrenen, einheimischen Loipenpräparateuren die Loipe eingehend untersucht. Ein auf einem Schlitten montierter Georadar vermass die Eisdecke an mehreren Tausend Messpunkten zwischen Maloja und Silvaplana. Zudem wurden an mehreren Stellen Kernproben aus der Eisdecke entnommen und geprüft. Das Fazit der Experten ist positiv.

Die Fachleute nennen es «Sandwich-Eis»: Statt aus einer einzelnen, festen Tragschicht besteht das Eis der Oberengadiner Seen in diesem sehr schneereichen Winter aus mehreren Schichten, zwischen denen Schnee, Schneematsch und Wasser liegen. Die gesamte Tragfähigkeit der Eisdecke wird dadurch zwar nicht massgeblich beeinträchtigt, bei einer Beschädigung der obersten Decke könnten aber Wasser und Schneematsch auf die Loipe gelangen.

Keine nassen Füsse für die Engadiner Langläufer

«Nach Auswertung aller Daten konnten die Wissenschaftler uns grünes Licht für den kommenden Sonntag geben», freut sich OK-Präsident Ivo Damaso. «Sie bestätigten damit die Einschätzung unserer erfahrenen Loipenmacher, welche die Seen und das Eis seit Jahrzehnten kennen.» «Die Präparierung der beiden oberen Seen mit den leichten Skidoos hat eine kompakte Deckschicht geschaffen, auf der man den Marathon am Sonntag sehr gut laufen kann», bestätigt Dr. Christine Levy von der Academia Engiadina, welche die Untersuchungen zusammen mit Dr. Matthias Huss von der Uni Friburg durchführte und auswertete.

Die Verschiebung der Startanlage vom See ans Ufer in Maloja konnte dennoch nicht umgangen werden, erklärt Startchef Nino Ganzoni: «Der Bau der Startanlage auf dem See hätte die oberste Eisschicht punktuell sehr belastet. Wenn vor dem Start dann noch tausende von Teilnehmenden zu Fuss auf den See gekommen wären, hätte es passieren können, dass die Deckschicht zum Beispiel bei engeren Zugängen den hohen Punktbelastungen nicht standgehalten hätte.»

Die Glaziologen begrüssen die Verschiebung des Startgeländes. Nach dem Start an Land betreten die Läufer den See auf Skiern statt zu Fuss. Diese verteilen das Gewicht jedes Läufers auf eine viel grössere Fläche, als es Langlaufschuhe mit ihren schmalen Sohlen tun. «Im Zentrum all unserer Bemühungen steht neben Sicherheit und fairen Bedingungen für alle Teilnehmer ein positives Lauferlebnis», fasst Ivo Damaso zusammen: «Würde die oberste Eisschicht irgendwo durchbrechen, wäre das zwar nicht lebensgefährlich, aber die Läufer bekämen nasse Füsse. Das wollen wir natürlich nicht.»

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