24. Planoiras Volkslanglauf bei perfekten Bedingungen

Die beiden Schweizer Leistungsträger in der Nationalmannschaft, Toni Livers und Remo Fischer, prägten den 24. Planoiras Volkslanglauf in der Ferienregion Lenzerheide bei perfekten Bedingungen. Livers siegte im Spurt. Bei den Frauen verteidigte Natascia Leonardi Cortesi ihren Vorjahrestriumph.

Von Jörg Greb

Planoiras Langlauf 2009 Lenzerheide

Planoiras Langlauf 2009 Lenzerheide

Lenzerheide, 11. Januar 2009: «Ich habe den Sieg am letzten Aufstieg vergamed», haderte Remo Fischer mit Rang 2. Beim letzten Aufstieg rund 1 km vor dem Ziel griff er an. Zu wenig resolut, wie sich sogleich herausstellen sollte. Der Nationalmannschaftskollege Toni Livers zog mit und wieder vorbei. «Jetzt war die Sache geritzt», stellte Fischer fest. Livers verfüge über die besseren Finisher-Qualitäten, war er sich bewusst. Geschenkt wurde Livers der Tagessieg dennoch nicht. Vielmehr erkannte der 25-Jährige: «Wir machten uns das Leben über die 25 km schwer, das war ein harter Wettkampf.»

Allzu verbissen nahmen es die beiden Nationalmannschafts-Kollegen indes nicht. Als «Trainings-Wettkampf» wählten sie den Planoiras aus. «Solche Rennen bereiten Spass, und mit einem solchen Konkurrenz macht’s mehr Spass», waren sich beide einig. Abgesprochen hatten sie sich vor dem Start nicht. Doch beide suchten einen hohen Rhythmus. Fischer bestimmte sogleich den Rhythmus. Und die Klasse des ersten Schweizer Weltcup-Siegers überhaupt und des hervorragenden 15. an der Tour de Ski (Livers) sowie des Weltcup-Dritten in Holmenkollen letzten März (Fischer) zeigte sich sofort. Nur wenige hundert Meter nach dem Start hatte sich das Duo abgesetzt. Und schon früh stellten sich nur noch wenige Frage zum Ausgang: Wer gewinnt und reicht es für einen neuen Streckenrekord?

“Es war ein Traum zum Laufen”

Super Wetter am Planoiras Langlauf 2009 in Lenzerheide

Super Wetter am Planoiras Langlauf 2009 in Lenzerheide

Livers und Fischer blieben klar unter der alten Bestmarke von Vorjahressieger Pascal Grab: 55 und 54 Sekunden. «Es war ein Traum zum Laufen», betonte Remo Fischer. Erstklassig waren die Bedingungen, hervorragend hergerichtet die Piste. Da liessen sich die müden Beine vergessen. Livers spürt die Nachwirkungen der Tour de Ski. Fischer lief noch am Vortag im Continental-Cup in Reit im Winkel (D) auf 7. Platz und nur zwei Sekunden am Sieg vorbei.

Beide suchen die Reize gezielt im Hinblick auf ihr grosses Ziel dieses Winters: die Weltmeisterschaften in Liberec (Tch) in der zweiten Februarhälfte. «Solche Rennen eignen sich ideal: Sie sind schnell zu erreichen, leben von einer tollen Stimmung und sie fordern.» Vorjahressieger Grab übrigens hatte nicht die Möglichkeit, seine Möglichkeiten auszureizen. Kurzfristig musste er krankheitshalber absagen. Platz drei ging an den mehrfachen Sieger des Gommerlaufes, den Walliser Philipp Rubin.

Natascia Leonardi souverän

Ähnlich euphorisch wie die beiden Dominatoren bei den Männern äusserte sich Natascia Leonardi Cortesi. Die bald 38-Jährige setzte sich zum dritten Mal nach 2004 und 2008 durch. Als Beispiel, wie sich Rückschläge wegstecken lassen, präsentierte sich die gebürtige Tessinerin einmal mehr – Hunde- und Zeckenbissen, einem Raupenstich zum Trotz. «Heute empfand ich wieder einmal diese immense Wettkampffreude», strahlte die Staffel-Olympiadritte von 2002. Und sie kam auf ihre Rechnung. «Phantastischer Schnee und tolle Kameraden», lobte sie.

Angesichts ihres Trainingsrückstandes war sich Natascia Leonardi ihrer Verfassung so sicher nicht. «Auf Katherine Calder wollte ich mich ausrichten», sagte sie. Doch die Siegerin des Attraverso Campra eine Woche zuvor sollte ihr nicht gewachsen sein. «In den steilen Anstiegen attackierte ich», sagte Leonardi. Intervallmässig tat sie dies. Diesen Rhythmuswechseln war die Davoserin nicht gewachsen. Mehr als eine Minute verlor sie bis ins Ziel.

Resultate

Lenzerheide. 24. Planoiras Volksskilauf, 25 km, 416 Teilnehmer.

Männer: 1. Toni Livers (Davos Platz) 1:00:27. 2. Remo Fischer (Davos Platz) 0,8 Sekunden zurück. 3. Philipp Rubin (Ried-Brig) 1:48-Minuten. 4. Bruno Bricker (Geschinen) 1:48. 5. Andrea Florinett (Scuol) 1:49. 6. Gian Melcher (Samedan) 1:57. 7. Roland Zwahlen (Uttigen) 1:59. 8. Markus Hasler (Schaan) 4:14. 9. Thomas Suter (Wald) 4:46. 10. Urs Graf (Aeschi b. Spiez) 4:48. 11. Daniel Räss (Appenzell) 4:49. 12. Hanspeter Schmid (Dürnten) 4:50. 13. Thomas Rusch (Appenzell) 4:51. 14. Lorenz Brunner (Unterseen) 4:55. 15. Manuel Ernst (Muttenz) 5:06.

Frauen: 1. Natascia Leonardi Cortesi (Poschiavo) 1:09:51. 2. Katherine Calder (Davos) 1:03. 3. Murielle Hüberli (Scuol) 1:44. 4. Jasmin Nunige (Davos Platz) 2:49. 5. Jenny Adler Zwahlen (Uttigen) 4:25. 6. Myrta Damaso (Pontresina) 4:59. 7. Sandra Wagenführ (Davos Platz) 5:57. 8. Alexandra Hasler (Eschen, FL) 9:02. 9. Nadia Dvorak-Scaruffi (Davos Dorf) 9:05. 10. Gabby Landold (Mühlehorn) 9:51.

Planoirino, 12 km, Männer: 1. Niklaus Schmidt (Filisur) 35:11. – Frauen: 1. Corina Stoffels (Appenzell) 48:31.

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