LGT Group erzielt ein solides Ergebnis in einem anspruchsvollen Jahr

Im von der Finanzkrise geprägten Jahr 2008 hat die LGT Group trotz Nachwirkungen aus der Steuerdebatte einen Konzerngewinn von CHF 163 Mio. (Vorjahr: 255 Mio.) erwirtschaftet.

Die Neugeldakquisition war durch Abflüsse in Liechtenstein, namentlich im Treuhandgeschäft, geprägt. Diese konnten jedoch durch starke Zuflüsse in den lokalen Banken in Deutschland, Österreich, Schweiz und Singapur sowie im Asset Management zu einem grossen Teil wettgemacht werden. Insgesamt belief sich der Nettoabfluss auf CHF 1.3 Mrd. Der langfristig ausgelegte Geschäftsansatz der LGT Group mit einer konsequenten Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie und einem klaren Fokus auf das Wealth & Asset Management hat sich gerade in diesem anspruchsvollen Jahr bewährt.

Nach einem guten ersten Halbjahr konnte sich die LGT Group im zweiten Semester 2008 den branchenweiten Folgen der sich verschärfenden Marktsituation – insbesondere dem Einbruch der Kapitalmärkte und der damit einhergehenden verringerten Kundenaktivität – nicht ganz entziehen. Hinzu kamen Nachwirkungen aus der Weitergabe gestohlener Treuhanddaten und der Steuerdebatte. Diese schmälerten, erwartungsgemäss zeitverzögert, die Vermögensbasis in Liechtenstein, wobei Abflüsse hauptsächlich bei der LGT Treuhand erfolgten. Der Neugeldzufluss an den internationalen Standorten und im Asset Management entwickelte sich sehr erfreulich. Insgesamt erwirtschaftete die LGT unter ausserordentlichen Rahmenbedingungen ein solides Ergebnis.

Die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gingen gegenüber Ende 2007 marktbedingt um 14 Prozent zurück, während der Zinserfolg bei unverändert konservativer Risikopolitik um 46 Prozent zulegte. Der Handelserfolg und die übrigen Erträge reduzierten sich um 31 Prozent. Insgesamt resultierte ein um zehn Prozent tieferer Bruttoerfolg von CHF 788 Mio. Der Geschäftsaufwand konnte gleichzeitig um sieben Prozent gesenkt werden. Dabei nahm der ordentliche Personalaufwand – primär bedingt durch die Reduktion von leistungsabhängigen Zahlungen – um 18 Prozent ab. Der Anstieg des Sachaufwands um 29 Prozent ist auf anhaltende Investitionen in das internationale Geschäft und auf einzelne Projekte (z.B. Venture Philanthropy Initiative) zurückzuführen. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis blieb mit 68 Prozent (2007: 66%) relativ stabil.

Der Konzerngewinn für das Jahr 2008 betrug CHF 163 Mio., gegenüber CHF 255 Mio. (- 36%) im Jahr 2007. Das Unternehmen verfügt über eine äusserst gesunde Bilanz, hohe Liquidität und eine solide Kapitalisierung. Die Kernkapitalquote (Tier 1) per 31. Dezember 2008 belief sich auf 16.5 Prozent, gegenüber 17.8 Prozent per Ende 2007.

Anhaltend starke Zuflüsse in Wachstumsbereichen
Die LGT Group verwaltete per 31. Dezember 2008 Vermögenswerte in Höhe von CHF 78.0 Mrd. 95 Prozent des Rückgangs um CHF 24.8 Mrd. gegenüber Ende 2007 sind auf die negativen Markteffekte zurückzuführen. Starke Netto-Neugeldzuflüsse in den lokalen Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz vermochten den erwarteten Nettoabfluss in Liechtenstein zu einem grossen Teil zu kompensieren. Im Onshore-Geschäft in Deutschland konnten die Nettozuflüsse im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. In Asien und im Asset Management waren ebenfalls gute Zuflüsse zu verzeichnen. Insgesamt belief sich der Nettoabfluss auf CHF 1.3 Mrd.

Konsequente Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie
Der Wachstumsbeitrag durch Neugeldzuflüsse in Liechtenstein ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Diesem Trend ist die LGT frühzeitig und proaktiv begegnet. Mit der vor mehr als zehn Jahren lancierten internationalen Wachstumsstrategie verfolgt sie mit deutlichem Erfolg das Ziel, ihre Abhängigkeit vom Heimmarkt zu reduzieren und ihre Erträge zu diversifizieren. Aus dem Treuhandgeschäft wird sie sich, wie am 10. März 2009 bekannt gegeben, im Zuge der noch stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft ganz zurückziehen. Für den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts sieht sich das Unternehmen gut positioniert. Gleichzeitig ist die LGT nach wie vor mit ihrem Heimmarkt verbunden und von der Qualität des Finanzplatzes überzeugt. Sie unterstützt die Massnahmen zur verstärkten Zusammenarbeit in Steuerfragen. Die LGT geht davon aus, dass sie nach der Stabilisierung der Lage auch in Liechtenstein wieder ein ansprechendes Wachstum erzielen wird.

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, CEO der LGT Group: «Im Jahr 2008 waren wir nicht nur aufgrund der Finanzkrise vor ausserordentliche Herausforderungen gestellt. Unser Netto-Neugeldzufluss ist auf den ersten Blick enttäuschend. Doch die Zuflüsse in unseren Wachstumsfeldern – dem Onshore-Geschäft und dem Asset Management – sind weiterhin stark. Insgesamt macht unser Ergebnis eines deutlich: Die Lancierung unserer internationalen Wachstumsinitiative vor mehr als zehn Jahren war vorausschauend und hat sich in diesem schwierigen Jahr eindrücklich bewährt. Dank unseren motivierten Mitarbeitenden, unserer grundsoliden Kapitalausstattung und unserer klaren Strategie bin ich zuversichtlich, dass wir 2009 ein vergleichsweise gutes Ergebnis erzielen können, obwohl das Umfeld anspruchsvoll bleiben wird.»

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